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Zu Fuß durch Europa: Tag 2 - 4

Zwischenstopp in Mons

Danke Ali

Ali und ich
Ali und ich

Von Waterloo aus ging es mit dem Auto weiter. Erst verhalf mir eine reife Frau zu einem besseren Platz um nach Paris zu kommen. Danach brachte mich Ali, gebürtig aus Marokko, nach Mons. Ali ist ein alleinerziehender Vater, doch trotz des Stresses dem er ausgesetzt ist, sieht er total jung geblieben aus. Wir unterhielten uns über meine Tour und Fußball, ehe er mir zwanzig Euro in die Hand drückte, damit ich mir was zu Essen kaufen kann. Das Geld ist lieb gemeint, aber ich hoffe es nicht allzu schnell verwenden zu müssen. Paris soll wohl ein schwieriges Pflaster werden, aber ich versuche auch die Menschen in Paris möglichst unvoreingenommen kennenzulernen.

Danke Sarah, Alix und Kayn

Sarah, ich, Kayn und Alix
Sarah, ich, Kayn und Alix

In Mons habe ich viele Menschen verschiedenen Alters angesprochen. Auch zu einem Jugendhospital führte es mich. Manche verstanden kein Englisch und gingen gleich weiter. Andere bemühten sich mir zu helfen, doch kamen zu keinem Ergebnis. Ein Pärchen gab mir deren Handynummer falls ich nichts finden sollte. Zwei andere Mädchen telefonierten ihren ganzen Freundeskreis durch und meinten, ich könne bei einer Freundin zumindest was Essen. Ich entschied mich dafür und wir fuhren zur Freundin. Mit einem angetäuschten Abschiedskuss auf der Wange verabschiedeten meine beiden Fahrerinnen uns. So ist es in Belgien unter Freunden üblich.

 

Als ich in die Wohnung reinkam, welche anscheinend eine Studenten-WG war, begrüßten mich drei wunderschöne Mädchen. Seht selbst, das Bild spricht für sich. Leider ein wenig verschwommen und mein Gesicht benötigt ein wenig Photoshop, aber sie waren nicht nur schön, sondern auch freundlich und gebildet. Sie waren Studentinnen und studierten unter anderem Psychologie. Sarah hat, so wie ich, Eckhart Tolle -Die Kraft der Gegenwart- gelesen und wir redeten auch über unsere Ängste. Sarah und ich unterhielten uns mit am meisten. Mit ihrem Gesicht könnte sie Model sein für Magazine. Kayn war beschäftigt damit Essen zu machen. Sie machte leckere Nudeln mit Bolognese und Karotten. Alix verbrachte eine lange Zeit in England. Sie schien etwas Verborgenes in sich zu haben, das machte sie interessant. Beim Gespräch listete Alix viele Hobbys auf, weshalb ich ihr ein Kompliment für ihren ausgewogenen Lifestyle machte. Sie errötete leicht.

 

Nach etwas Sangria wurde es schon spät und ich machte von der Handynummer gebrauch, welche mir das Pärchen in der Innenstadt gab. Kayn rief für mich die Beiden an und tatsächlich, ich hatte auch in meiner dritten offiziellen Nacht einen Schlafplatz. Die Wohnung war sogar ganz in der Nähe und so brachten mich die drei Mädels zum Pärchen.

Danke Maëlle und Kaisser

Maëlle, Kaisser und ich
Maëlle, Kaisser und ich

Natürlich unterhielten wir uns erstmal über meine Tour. Dieses Gesprächsthema werde ich sowieso mit jedem haben, bei dem ich übernachte. Deswegen versuche ich es nicht mehr so oft zu erwähnen. Hier durfte ich meine ISO-Matte und meinen Schlafsack in einer gemütlichen Ecke ausrollen. Das war eine große Erleichterung. Ich bin ihnen sehr dankbar dafür. Oftmals habe ich das Gefühl die Menschen wollen einem mehr bieten. Auch Maëlle und Kaisser hätten mir gerne mehr angeboten, aber das, was sie taten, reichte vollkommen aus.

 

 

 

Während die beiden Netflix guckten, entschied ich mich meinen Blog weiter zu schreiben. Bis tief in die Nacht hinein schreibe ich diese Zeilen, bearbeite Videos und bereite alles vor. Ich hätte gerne mehr Videos von den Menschen die mir halfen, doch in Sachen Video sind viele recht scheu. Ist natürlich nicht jedermanns Sache. Klar... bei einem Foto sagen sie nicht nein. Frühstück und Mittag genoss ich noch mit Kaisser, ehe wir beide in die Innenstadt gingen und uns dort voneinander trennten. Der Streckenverlauf aus der Stadt Richtung Paris war unglücklich. Ich stand über eine Stunde dort und hielt den Daumen raus. Mehrere Autos hielten, doch keines von ihnen musste in die selbe Richtung wie ich. Ein Auto mit Beifahrer zeigte noch erst an, ich könne einsteigen, fuhr aber weiter und der Beifahrer zeigte mir den Stinkefinger.

Danke Corentin

Meine Hartnäckigkeit zahlte sich aus. Gregoire, Violaine und Corentin mussten direkt nach Paris. Gregoire und Corentin hatten echt Pech. In Brüssel klaute man deren Sachen aus dem Auto, auch eine teure Kamera von Corentins Arbeitsstelle war darunter, sowie die Autoschlüssel. Die beiden schliefen 4 Tage lang im Auto bis Violaine, die Schwester, aus Paris mit dem Ersatzschlüssel vorbeikam. Die Klimaanlage funktionierte nicht und es war sehr heiß an diesem Tag, aber schlussendlich war ich froh Paris erreicht zu haben.

 

Corentin stieg mit mir aus dem Auto und sagte so ganz nebenbei, ich könne bei ihm schlafen. Er zeigte mir einige nette Plätze, welche vielen Touristen nicht so bekannt sind. Der Junge spielte Handball für Paris St. Germain und gewann mit 18 Jahren den Pokal, doch er entschied sich gegen eine Karriere, da ihm das Schlafen und Essen nach Plan nicht gefiel und er lieber kreativ ist - Filme möchte er machen. Seine Schwester trafen wir im Park und wir chillten noch bis in den Abend hinein um das gute Wetter zu genießen. Er machte mir noch Pfannkuchen mit Käse und Nudeln. Ich durfte in seinem Bett schlafen. Er legte sich eine Matratze auf den Boden. Das nenne ich mal Gastfreundschaft!

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