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Zu Fuß durch Europa: Tag 26 - 28

Vor Ort im Vorort von Porto

Danke Miguel

Ich und Hugo
Ich und Hugo

Still und leise verließ ich Joãos Wohnung um aus der Stadt zu trampen um nach Porto zu gelangen. Obwohl die Stadt nicht allzu groß ist, dauerte es eine Weile um einen geeigneten Spot zu finden. Braga hat einen großen Außenring. Die Sonne schien wieder ordentlich, aber ich wurde während meines Fußmarsches gut verpflegt. Auch während der zweiten Fahrt, bei der ich auf Hugo traf, gab es nicht nur Joghurt, auch fuhr Hugo einen Umweg damit ich direkt in Portos Zentrum war. Angesicht der Tatsache, dass Porto einer der größten Städte Portugals ist, war dies eine große Erleichterung.

 

In Porto traf ich auf eine Gruppe am Fluss. Wir kamen ins Gespräch und sie meinten, ich könne bei ihnen im Zelt schlafen. Wir verbrachten den Abend vor allem in einem Haus, in dem eine Bühne war und verschiedene Menschen ihre Talente aufführten. Das war teilweise sehr unterhaltsam und das Beste, der Eintritt war frei. Es gab Zauberkünstler, Akrobaten, Clowns und Musiker. Ich habe die Zeit genossen, weil ich mit den Leuten deutlich besser Verstand und ich ein Gefühl der Nähe hatte. Zumal auch ein deutsches Mädchen unter ihnen war. Die ganze Gruppe war international vertreten und besuchten Porto aus verschiedenen Gründen.

 

Da einige Leute am nächsten Tag einen Strand sich anschauten wollten, diese aber wo anders übernachteten, entschied ich mich auch bei Miguel zu schlafen. Dieser war auf Coachsurfing tätig und liebte es, Menschen aus verschiedenster Herkunft bei sich zu haben. Den nächsten Tag verbrachten wir mit Aktivitäten wie Marmelade herstellen, Tischtennis spielen und die Gegend zu erkunden um zwei Israelis zu einer Raveparty zu bringen. Die beiden schliefen die letzten Tage in dem selben Haus wie ich, weshalb sie schlussfolgernd mir diesen Schlafplatz auch vermitteln konnten.

Ich und Miguel
Ich und Miguel

Am Abend sammelte ich im Garten ein paar essbare Blätter. Im Austausch mit weiteren Früchten erhielten Miguel und ich in einer Art Gemeinde ein veganes Essen. Miguel ist Veganer und so lebte ich die Tage in Porto vegan. Das ist absolut nichts schlimmes. Ganz im Gegenteil, ich war froh mal paar Tage ganz vegan zu leben. Natürlich mangelte es mir nach fast drei Tagen veganer Ernährung an nichts. Ich kann mir kaum vorstellen ein ganzes Leben lang auf tierische Produkte zu verzichten. Wohl aber eine Zeit lang zumindest vegetarisch unterwegs zu sein. Ich möchte hier jetzt auch kein Moralapostel sein. Jeder soll sich so ernähren wie er es für richtig hält und die finanziellen Mittel es hergeben.

 

Direkt nach dem Essen, im Hinterhof des Hauses, spielte eine zweiköpfige Band verschiedene Lieder unterschiedlicher kultureller Herkunft. Die Lieder waren überwiegend in einer traurigen Tonlage, weshalb ich nach dem Konzert die Interpreten fragte, ob die Welt für sie ein trauriger Ort sei. Dies verneinten sie, doch ich frage mich warum so viele Musiker oft traurige Musik spielen. Die Sängerin hatte eine grandiose Stimme, doch wünschte ich mir ein wenig Fröhlichkeit in der Songauswahl, aber die Veranstaltung war kein Wunschkonzert.

 

Am Abend räumten wir noch ein wenig das Haus auf. Hier war es mehr so, das man eine Menge Essen konnte und kostenlos schlafen konnte im Austausch mit ein bisschen Arbeit. Das Konzept gefiel mir soweit und auch meine Wäsche war am Ende des Tages gewaschen und trocken. Ich übernachtete zwei Tage im erweiterten Stadtteil Portos um am nächsten Morgen, nach dem duschen und Frühstück mich weiter in Richtung Landesinnere zu machen.

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