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Zu Fuß durch Europa: Tag 24 - 26

Generation Weed

Danke João

Noch am Vorabend diskutierten wir über den besten Spot um aus Vigo rauszukommen und nach Braga zu gelangen. Tatsächlich, nachdem ich einfach nur meine Hand raus hielt und mein Blatt Papier mit der Aufschrift Braga in die Tasche steckte, da hielt direkt jemand an und ich gelang zur Spanisch-Portugiesischen Grenze. Viele Autofahrer denken wohl, ich fahre nicht in diese Stadt und vielleicht kann ihn ein anderer weiter bringen. Das man auch mit nur 3 km mir hilft ist vielen nicht bewusst, doch umso näher man mich zum gewünschten Ort bringt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Autofahrer ebenfalls dorthin möchte. Beim einfachen Richtungsanzeigen halten für gewöhnlich die Autofahrer eher an. Ein Schild ist hilfreich, wenn man an einer Abbiegung beispielsweise die Richtung anzeigen möchte. 

João und ich
João und ich

An der Grenze ging es ebenfalls schnell weiter. Ein holländisches Pärchen fuhr mich direkt nach Braga. Meine erste portugiesische Großstadt. Die Innenstadt gefiel mir. War aber kurz aufgrund der Zeitumstellung überrascht. Ich fragte mich wie üblich durch. João nahm mich nach einem Telefonat Oliveira auf. Zuvor hatte ich mit einer Mädchengruppe gesprochen. Leider sind auch hier die Mädchen ein wenig verschlossener gegenüber Fremden. Zumindest kommt es mir so vor. Eine von ihnen meinte sie hätte auf einer Reise ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht und hätte auch ein Zimmer frei, doch trotz mehren Minuten unterhalten war sie sich unsicher, weshalb sie João kontaktierte. Ich muss nicht unbedingt bei Mädchen schlafen, aber es ist halt schön beider Geschlechter näher kennen zu lernen.

 

Bei João gab es noch Essen vom Mittag und Rotwein. Zu zweit tranken wir die Flasche leer und redeten über die politische Lage in Portugal. Während ich Spanien als ein sehr gespaltenes Land wahrnahm, ist Portugal sehr zufrieden. Zwar geht man auch hier von Korruption in der Führungsebene aus, aber mit der Landaufteilung ist man zufrieden. Die Arbeitssituation ist dagegen noch schlimmer als in Spanien. Die Stundenlöhne sind katastrophal und das Land lebt zum großen Anteil vom Tourismus. Um diese Informationen zu bestätigen muss ich noch weitere Menschen aus Portugal fragen. 

Danke João

Am zweiten Tag wurde erst die Stadt sich genauer angeguckt und dann mehrere Stunden im Park sich ausgeruht. Im Schatten ließen sich die 30 Grad ganz gut aushalten, wobei ich im Allgemeinem die hohen Temperaturen noch besser aushalten kann als in Deutschland. Auch wenn so ein Trip sich nach purer Freiheit anhört, trampen, Essen besorgen, Schlafplatz suchen, das alles kostet eine Menge Energie. Die bisherigen Städte, mit Ausnahme Paris, habe ich alle innerhalb 2 Tage mir angeguckt. Für einen ersten Eindruck reicht das voll und ganz. 

Schlafplatz bei João
Schlafplatz bei João

Braga verbinde ich mit den Namen João, denn auch am zweiten Tag lernte ich ein weiteren João kennen, welcher mich in seiner WG einlud. Ich fand ihn in einer Gruppe an einer Bar. Ich lernte auch ein nettes Mädchen kennen, doch nach ihrem ersten Joint wurde sie immer träger. Wir redeten kaum noch. Meine Einstellung zu Marihuana ist weitgehend positiv, allerdings ist es wie beim Alkohol: Man muss seine Grenzen kennen. Leider dröhnen sich viele nur noch zu. Auch ich habe meine Erfahrungen mit Weed gemacht und kannte meine Grenzen nicht. Heute rauche ich kaum noch und weniger, man lernt dazu. Während meiner Tour war ich bei vielen Studenten und ja... viele rauchten Weed. Und überhaupt: Auf den Straßen, in den Parks und in den Wohnungen, es wird zurzeit so viel Gras geraucht, dass man schon fast von einer Generation Weed sprechen könnte. Wie gesagt, lernt eure Dosierung kennen und ich bin fein damit.

 

Mit 4 weiteren Freunden kochten wir am Abend Reis mit Gemüse. Die Stimmung dabei war ok. Danach setzten wir uns draußen an einer Bar und der ein oder andere trank noch ein Bier und rauchte noch sein Genussmittel. An diesem Abend fühlte ich mich in der Gruppe nicht so wohl. Wir sprachen kaum miteinander. Lag natürlich auch an mir. Die Menschen an sich waren aber freundlich zu mir. Zwei Jungs saßen sich an unserem Tisch dazu und wollten was über die deutschen Frauen wissen. Große, blonde und blauäugige Frauen, darauf standen sie hier. Ehrlich gesagt erfüllt in meiner Clique keine Frau diese drei Kriterien und vermissen tue ich nichts. Deutschlands Frauen haben mehr zu bieten als Klischee. Die besagte Freundin regte sich auf, dass wir über Frauen sprachen. Ich kann es ein Stück weit nachvollziehen, aber die Jungs waren jung und neugierig, also entgegnete ich: „Und du redest nie über Männer?“ Da war sie ruhig.

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