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Zu Fuß durch Europa: Tag 16 - 18

In Spanien hört der Spaß auf!

Danke Beñat

Die Reise nach Spanien gestalte sich noch recht einfach, doch um nach St. Sebastian zu kommen brauchte es Geduld und Gelassenheit. Ich wurde an einem Kreisel nahe des Highways raus gelassen, dort befand sich eine Maut-Station. Ordner verwiesen mich von diesem Ort und zeigten mir den Weg zu einer Tankstelle. Ein Mann nahm mich mit nach St. Sebastian. Der Ort an sich ist schön, aber es dauerte ganze drei Stunden ehe ich ein Schlafplatz fand. Es soll die reichste Stadt Spaniens sein und auch die Menschen sehen danach aus. Aus meiner Empfindung heraus sahen die Menschen hier aber eher gestresst aus. Dabei gilt dieser Ort als Ferienparadies mit grandioser Küche.

Ich und Beñat
Ich und Beñat

Die Menschen die ich ansprach meinten es sei unmöglich hier bei jemanden privat zu übernachten. Ich solle doch im Obdachlosenheim nachfragen oder in der Herberge. Ich verspürte Ehrgeiz und nahm die Herausforderung an. Nach drei Stunden suchen, sah ich auf einer Bank sitzend Beñat mit seiner Freundin. Dieser überlegte lange für mich. Ich nahm neben ihn platz und er kam zu dem Entschluss ich könne bei ihm übernachten. Wir tranken noch Bier und bei ihm im Apartment aßen wir noch Reis mit Hühnchen. Sein Freund stieß noch dazu und wir aßen zu dritt. Ich durfte mein Schlafsack im Wohnzimmer breitmachen. 

Danke Hasier

Imad, Abderrhman und ich
Imad, Abderrhman und ich

Um aus St. Sebastian rauszukommen brauchte es Stehvermögen. Nach gut zwei Stunden hielt der erste LKW-Fahrer meiner Tour für mich an und ließ mich direkt in Bilbao raus. Zum Glück, nur wenige Minuten später regnete es. In Bilbao wurde ich zum ersten Mal nass. Dank Imad, der mal in Deutschland lebte, und Abderrhman gab es ein Stück Pizza. Und auch bei der Wohnungssuche hätte es fast bei den ersten Versuchen geklappt, doch leider musste die hübsche Spanierin zur Arbeit. Welche Faktoren auch immer eine Rolle gespielt haben. Sei es der Regen, die Menschen, Ich oder was auch immer, die Suche nach einem Schlafplatz gestaltete sich noch schwieriger als am Vortag. Es hieß immer nur: geh ins Heim für Obdachlose. Ein Mann führte mich zu diesem, aber ich entschied mich dagegen. 

Hasier und ich
Hasier und ich

Es ist nicht in meinem Willen und ich möchte nicht vor Mitternacht aufgeben. Sobald es dunkel wird halte ich meine Chancen deutlich geringer, aber mittlerweile war mein Selbstbewusstsein so stark, dass ich zuversichtlich war, ein Platz zum Schlafen zu finden. Nach gut fünf Stunden rumfragen sah ich Hasier draußen an einer Bar ein Bier trinken. Ich ergriff die Initiative und wurde belohnt. Bis tief in die Nacht hinein tranken wir Bier und es gesellten sich auch Deutsche aus Bremen dazu. Wir waren eine kleine Gruppe und unterhielten uns über Politik und die Sprache. Tatsächlich wollen auch einige Basken nichts mit Spanien zu tun haben und fühlen sich ungerecht behandelt. Es gibt in der Politik eine Korruptionsproblematik und auch die Polizei trägt ihr Unrecht bei. Um 2 Uhr in der Nacht ging es ins Apartment, doch bevor wir ins Bett gingen unterhielten wir uns weiter über die Politik und aßen noch ordentlich. Mittags ging es dann langsam aus Bilbao.

Die letzten beiden Abende waren die Härtesten der Tour soweit. Ich bemerkte wie ich emotional wurde und meine Gelassenheit in Unzufriedenheit wandelte, bis hin zur Frustration. Vielleicht tat der Regen sein Übriges und eventuell war es einfach Pech und in den Orten zuvor Glück, aber der Norden Spaniens hat sich bisher als ein hartes Pflaster herausgestellt. Sobald ich bei jemanden Schlafen konnte, waren die Menschen super nett und wir verbrachten eine schöne Zeit und auch Essen war nicht das Problem. Ein Bett oder dergleichen hingegen wurde mühsam erarbeitet. Trampen fühlt sich schlimmer an als in Frankreich. Sie beachten dich nicht, oder ärgern dich indem sie die Richtung anzeigen in der man hin möchte, langsamer fahren um dann hupend wegfahren, oder nochmal extra Gas geben. So schnell kriegt ihr mich aber nicht klein! 

Kommentare: 3
  • #3

    DearDaniel (Samstag, 07 Juli 2018 11:16)

    @Linda @Kalle Danke für die aufmunternden Worte. Natürlich habt ihr Recht!

  • #2

    Kalle (Freitag, 06 Juli 2018 19:16)

    Ach großer, der Regen kam doch gerade richtig nach der Hitze. Und bei deinem Geschick und Überzeugungsarbeit kommen auch wieder "leichtere Tage". Alles andere als Kopf hängen lassen ist doch dein Motto - daher weiterhin viel Spass unterwegs.

  • #1

    Linda (Freitag, 06 Juli 2018 15:22)

    Kopf hoch Daniel kann nicht immer alles einfach sein. Wird schon weiter gehen.�