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Zu Fuß durch Europa: Tag 10 - 11

Sie will mich!

Danke Naïg

Nach dem Frühstück gab Kristin mir noch ein Abschiedsgeschenk von ihr und Enora. Sie wusste mir gefällt Eckart Tolle und um meine französischen Defizite. Ich ging mir die Gedenkstätte des 2. Weltkrieges anschauen und ruhte mich aus. Am Nachmittag schaute ich mir frustriert das Spiel der Deutschen an. Zugegeben: Mit trauriger Mine macht das Ansprechen nicht so viel Spaß und es dauerte eine Weile bis ich jemanden gefunden hatte. Kristin rannte mir zufällig über den Weg und meinte, ich könne in Rennes bei einem Bekannten von ihr übernachten. Sie gab mir seine Adresse und Handynummer. Ein weiteres Mädchen versuchte in Rennes für mich ein Schlafplatz zu organisieren, doch für Caen musste ich weitersuchen. Ich wurde auf eine Cola eingeladen und ich unterhielt mich mit Food-Bloggern. Naïg hörte das Gespräch mit und nahm mich zum Haus ihrer Eltern.

Naïg war ein wenig unscheinbar, aber sie konnte ein bisschen deutsch und so redeten wir feinstes Denglisch. Naïg war ein wahrer Workaholic und dabei ein Unternehmen aufzubauen. Sie redete darüber ob ich für sie nach Afrika fliegen könnte. Dort soll ich eine hohe Anzahl an Kleidung kaufen und für das Erreichen der Ware garantieren. Mitarbeiter konnte sie aufgrund mangelnden Geldes nicht einstellen. Für die Zukunft sieht sie schwarz und sie meinte, ihre ganze positive Einstellung sei verloren gegangen. Von all den Menschen die mich bisher aufgenommen hatten, passte sie so gar nicht ins Bild und doch war sie die Erste, die zu mir kam und nicht andersrum. Es fiel mir schwer eine Antwort auf das Jobangebot zu geben, da ich sie und das Potenzial des Unternehmens nicht einschätzen konnte.

 

Caen hat mir deutlich besser gefallen als Paris. Die Stadt ist viel romantischer im Kern und durch die historischen Schauplätze war die Stadt für mich ein wahrer Hingucker. Ich guckte auch nicht schlecht, als ich Gwendolyn auf dem Weg zur Autobahn sah, um die Stadt zu verlassen. In keiner anderen Stadt habe ich bisher so viele Wangen geküsst. Während man in Deutschland sich zur Begrüßung maximal sich umarmt, küsst man sich in Belgien ein und in Frankreich zwei Mal auf die Wange. Ich muss sagen, die Umarmung fühlt sich am besten an, wahrscheinlich weil die Herzen sich so nahe sind.

Danke Pierre

Ich und Pierre
Ich und Pierre

Ich schaffte es innerhalb eines Tages von Caen nach Rennes. Zwischenzeitig musste ich ein bisschen warten, aber ich konnte mich nicht beschweren. Man trifft auf eine Menge Leute auf den Straßen Frankreichs. Dieses Mal war eine Frau dabei, die ihr Gras vor der Polizei versteckte. Ein Mann, welcher nicht redete. Ein Geschäftsmann, der sein Auto als Büro benutzte und Pierre, welcher mich mit seinem Arbeitskollege aufnahm. Der Arbeitskollege wurde weniger Kilometer später abgesetzt und so fuhren wir zu zweit weiter.

Pierre fuhr wie ein Weltmeister mit dem Transporter. Es fühlte sich an wie eine Rally und als eine Oma auf der Straße wenden wollte kam es fast zur Kollision. Nicht noch einmal dachte ich mir. Als er mir erzählte das er auf Extremsportarten steht, verstand ich seine Fahrweise. Er zeigte mir auch St. Michel, eines der sieben Weltwunder und sein Zuhause. Dort gab er mir ein selbst gemachtes Messer mit. Essen gab es auch noch: Baguette im Menü mit Getränk und Nachspeise. Ausgegeben von Pierre. Der Junge war echt ein guter Bursche.

 

Natürlich, St. Michel war ein wunderbares Werk. Wir fuhren recht nah ran, aber allein die Parkplatzgebühren betrugen 12€. Viel günsitger hingegen das Trampen. Auch wenn es manchmal dauert, car-stopping ist hier möglich. Wichtig ist auf einem gut befahrten Spot mit Anhaltemöglichkeit zu gelangen. Desweiteren bevorzuge ich im allgemeinen bunte Kleidung und ein freundliches Gesicht und schon kommt Mann voran. Ich denke Frauen hätten es einfacher, aber viele Frauen haben Angst davor. Angst keinen Schafplatz in Rennes zu finden hatte ich nicht.

Kommentare: 2
  • #2

    DearDaniel (Sonntag, 01 Juli 2018 21:17)

    @Bastian Joachim Danke dir! Ich freue mich schon auf Portugal ;)

  • #1

    Bastian Joachim (Samstag, 30 Juni 2018 11:14)

    Hey Daniel
    Ich finde es richtig Klasse das du so ein ausführliches Reisetagebuch online stellst.
    Jeden Eintrag lese ich mit Begeisterung .
    Mach weiter so